Alle Zweifel zerstreut: Schüler sanieren Dorfkirche in Lehesten – 2013

kirche1Schüler des Staatlichen Berufsschulzentrums in Göschwitz haben die Innenausmalung der Lehestener Kirche ausgeführt. Foto: Annett Eger
Die Schülerfirma „JenColor Design“ vom Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrum (SBSZ) in Göschwitz unterstützt die Sanierung der Dorfkirche Lehesten. Lehesten. Können das Schüler schaffen? In Bezug auf die Innenausmalung der Dorfkirche in Lehesten wurde diese Frage im Dorf rauf und runter diskutiert. Heute steht fest, die Mitglieder der Schülerfirma „JenColor Design“ vom Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrum (SBSZ) in Göschwitz können es. Michael Döring, Bürgermeister der Gemeinde, bescheinigt ihnen eine „hervorragende Arbeit“. Die Lehestener Kirche ist anders als üblich, Eigentum der politischen Gemeinde. Damit ist die Kommune auch für die Sanierung verantwortlich. Über Sponsoren aus dem Handwerk und der Agrarbetriebe sind in den vergangenen Jahren bereits an die 160″000 Euro in die kleine Kirche geflossen. 2009 wurden der Dachstuhl und der Turm renoviert. Außerdem sind zwei Glockenstühle eingebaut worden, erinnert der Bürgermeister. Er hatte übrigens von Anfang an keine Zweifel gegenüber den Schülern. Sein Motivation war die, dem Nachwuchs, eine Chance zu geben. Davon ließen sich auch die Mitglieder des ­Gemeindekirchenrates in Lehesten überzeugen. Kontakt nahm Döring zu Mario Mendler, Fachpraxislehrer im Bereich Farbtechnik und Raumgestaltung im SBSZ, auf. Er sicherte in der Kirche alte Farbbefunde, erstellte Entwürfe und traf notwendigen Absprachen mit dem Denkmalamt. Fortan wurde vier Jahre lang, zwei Wochen im Sommer und zwei Wochen im Herbst, dem Kircheninneren zu einem neuen Aussehen verholfen. Zu Gange waren die Schüler an der Empore, genauso wie am Altar oder am Gestühl. „Verwendet haben wir, soweit es der Untergrund zuließ, ausschließlich historische Farben“, berichtet Lehrer Mario Mendler. Wie er sagt, waren die Schüler im Alter von 16 bis 21 Jahren begeistert bei der Sache. Nicht selten hätten auch Lehestener den Schülern über die Schulter geschaut und sich über den Fortgang informiert. Als die Innenausmalung abgeschlossen war, gehörte der Gemeindekirchenrat aus Nerkewitz zu den ersten Besuchern. Wie Döring berichtet, waren die Mitglieder von der Ausführung der Arbeiten so angetan, dass die Schülerfirma gleich den nächsten Auftrag in der Nerkewitzer Kirche erhielt. Von einem „nicht selbstverständlichen Projekt“ sprach CDU-Landtagsabgeordneter Mario Voigt . Er war diese Woche zusammen mit Michael Döring und Kreishandwerksmeister Rolf Fischer in der Schule, um der Schülerfirma zu danken. Viel Lob gab es von Fischer, der den Einsatz sehr schätzte. „Es ist wichtig, dass sich junge Leute ausprobieren und erfahren, wo ihre berufliche Zukunft liegen könnte.“ Gekommen waren sie nicht mit leeren Händen. Gewünscht haben sich die Schüler einen Beamer. „Er wird uns helfen, zum Beispiel Ornamente an die Wand zu werfen“, berichtet Mario Mendler. Das Projekt in Nerkewitz soll nicht auf die lange Bank geschoben werden. Erste Absprachen gab es bereits, hieß es.
Annett Eger / 09.03.13 / OTZ

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